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Projekt vom Bundesamt für Migration gastiert beim Hubertus-Schwartz-Berufskolleg

Wanderausstellung "Migration und Integration in Deutschland. Deutsche aus Russland: Geschichte und Gegenwart"

Projektleiter Jakob Fischer führt die jungen Erwachsenen durch seine Ausstellung, die in der Aula des Hubertus-Schwartz-Berufskollegs aufgebaut ist. Er ist bereits zum dritten Mal hier – auf Einladung des Schulleiters Thomas Busch. Die Lehrerkollegen Christian Jatzek und Klaus Heitmann begleiten das Projekt und helfen Jakob Fischer beim Auf- und Abbau der Wanderausstellung „Migration und Integration in Deutschland. Deutsche aus Russland: Geschichte und Gegenwart“.
 
Jakob Fischer präsentiert diese Ausstellung in verschiedenen Städten Deutschlands seit mehr als 20 Jahren, und es geht nicht nur um Präsentation und Führungen: seit 2009 ist er auch in einer Mission als Geschichtslehrer. Es ist kein Geheimnis, dass die hiesigen Geschichtslehrer keine Erfahrungen mit dem Schicksal der Russlanddeutschen haben. Überhaupt, das Thema Vertreibungen während des zweiten Weltkrieges und in den Jahren danach wird kaum in den Schulen behandelt. Doch die aktuelle Kriegs- und Flüchtlingslage in der Welt zeigt, wie wichtig es ist, aus der Vergangenheit zu lernen. Die Vergangenheit ist ein Teil der Gegenwart - und auch der Zukunft, das lernen die Schüler bei diesem Projekt.
 
„Denn nur wenn ich weiß, woher ich komme, weiß ich auch, wohin ich gehe. Die Geschichte muss man kennen, aus ihr kann man etwas Grundsätzliches ersehen, was uns nachdenklich macht und unser Verständnis weckt“, sagt Antonina Domke, die Öffentlichkeitsbeauftragte des Soester Kultur- und Geschichtsvereins der Deutschen aus Russland „KulturA-Z“ e. V.. Sie begleitet Jakob Fischer jedes Mal, wenn er nach Soest kommt. Ihr Verein engagiert sich seit 13 Jahren für den kulturellen Brückenbau. „Wir wissen, dass man ohne die geschichtlichen Hintergründe zu erklären nicht weiterkommt“.


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Vielen Fragen wird nachgegangen: aus welchen Gebieten Deutschlands kamen die Vorfahren, wie sie sich in den ersten Kolonien in Russland niederließen, was deren Familien für das neue Land geleistet hatten, wie sie gleichzeitig ihre Muttersprache und ihre Traditionen bewahrten - bis der zweite Weltkrieg alles zerstörte und das Leben einer ganzen Volksgruppe beinahe in einem Genozid endete… Auch die neueste Geschichte wird beleuchtet: die Rückkehr der Nachfahren der Kolonisten zurück nach Deutschland, der Neuanfang hier und die meist doch erfolgreich verlaufene Integration.
 
Die Lehrer des Hubertus-Schwartz-Kollegs verfolgten den Unterricht mit ihren Schülern mit. Etwa 400 Schüler bekamen die Geschichte auf unterschiedlichste Weise neu erzählt: Zum Einen, traten Jakob Fischer und sein Helfer Dr. Eichler als kompetente Lehrer auf, zum Anderen diente die Wanderausstellung mit ihren Infotafeln als zusätzliches Schulmaterial, auch wurden zahlreiche Flyer verteilt und Kurzfilme gezeigt und viele Fragen der Schüler beantwortet.
 
Allen voran die Frage: Wie funktioniert eine gelungene Integration? Sie ist keine Einbahnstraße, da waren sich alle einig. Das wichtigste - die Sprache - muss von den Migranten erlernt werden. Sich hier in der Gesellschaft richtig einzufinden ist jedoch nicht nur Aufgabe des Migranten, sondern es bedarf auch Hilfe der Aufnahmegesellschaft. Mit den gegenseitigen Vorurteilen sollte man sich nicht begegnen. Auch in Soest spricht die Statistik Bände: fast jeder Vierte hat hier einen Migrationshintergrund, das heißt, ist entweder selbst zugewandert oder hat solche Eltern. Spätestens nach dieser Erkenntnis wird jedem Soester klar: Nur gemeinsam kann man eine friedliche und auch erfolgreiche Zukunft aufbauen.
 
„Miteinander statt übereinander zu reden klappt in den letzten Jahren schon viel besser“, meint Antonina Domke und macht schon jetzt auf die nächste Veranstaltung von KulturA-Z aufmerksam: am Sonntag, dem 31. März, im AWO-Bewohnerzentrum, Britischer Weg 10, zeigt der Verein das Programm „Im Laufe der Jahreszeiten“. Ein Vortrag in Bildern, mit vielen Liedern, Sketchen, Gedichten und lustigen Geschichten umrandet, erzählt über die Traditionen in den deutschen Kolonien – Vieles dürfte den hiesigen Menschen bekannt vorkommen!

Interessante Links:

Verleihung Bundesverdienstkreuz am Bande für Jakob Fischer

Zeitungsartikel Soester Anzeiger

Zeitungsartikel Russlanddeutsche Allgemeine

 


Text und Bild: JZC

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