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Praxisberichte Fremdsprachenassistenten (3 j.)
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Panoramablick und Gerichtsverhandlungen in Plymouth

Praktikumsbericht von  Ann-Katrin Weckwerth

Plymouth ist eine Hafenstadt im Südwesten von England. Viele schöne Landschaften und Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel ein klassischer Leuchtturm oder die Altstadt, die auch „Barbican“ genannt wird, laden zu einem Spaziergang ein.

Doch was sich eigentlich anhört wie ein Urlaub, bedeutete in Wirklichkeit Arbeit für mich. Denn genau hier verbrachte ich vier Wochen, in denen ich bei einer Gastfamilie untergebracht war und im Crown Court arbeiten durfte. Hierbei handelt es sich um ein Strafgericht, das sich mit schweren Verbrechen wie Mord, Totschlag und Raub beschäftigt. Der Blick hinter die Kulissen des dazugehörigen Verwaltungsbüros gestaltete sich sehr interessant und Langweile war während dieser Zeit ein Fremdwort für mich.

Ann-KatrinWeckwerthZu meinen Aufgaben gehörte es hauptsächlich, Akten für verschiedene Richter vor- und nachzubereiten, Briefe von Anwälten zu bearbeiten und neue Fälle oder Täter im betriebsinternen Computersystem anzulegen. Nach einer Einführung durfte ich selbstständig arbeiten und habe mich schon bald als ein Teil des Teams gefühlt. Trotz den ernsten Fällen, die jeden Tag durch die Hände von  meinen Kollegen gingen, haben sie ihre gute Laune und Aufgeschlossenheit nie verloren.

In der letzten Praktikumswoche durfte ich sogar als Zuschauerin an einer Gerichtsverhandlung teilnehmen. Da diese Verhandlung nicht öffentlich zugänglich war, musste ich alleine in der Zuschauerbank platz nehmen und fühlte mich ziemlich deplaziert, da ich nicht wusste, wann ich mich erheben sollte oder ob es noch andere wichtige Dinge zu beachten gab. Als dann der Richter und die Staatsanwälte eintraten, musste ich mir ein Grinsen verkneifen, denn sie alle trugen weiße Perücken. Also war es beinahe genau so, wie man es sich dank zahlreicher, klassischer Filme vorstellt, nur dass die Haarprachten in der Realität noch ein ganzes Stück künstlicher aussehen.

Nach einer Weile habe ich mich sehr and die Arbeit, die Kultur und die Gastfamilie gewöhnt, so dass mir der Abschied schwer fiel. Besonders die leckeren Mahlzeiten, welche die Familie täglich zubereitete und denen ich vier Kilo mehr auf den Hüften verdanke, werde ich vermissen.

An die Zeit in Plymouth kann ich nun zufrieden zurückblicken und ich würde jeder Zeit wieder ein Auslandspraktikum absolvieren, wenn ich die Möglichkeit dazu bekäme.

Also zögert nicht! Ein Auslandsaufenthalt ist eine wirklich außergewöhnliche Erfahrung.


Ann-Katrin Weckwerth, FA 13