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Ein „gestandenes“ ökonomisches Experiment: Die „große Stuhlauktion“ im Einzelhandel

Was haben Bedürfnisse, knappe Güter, Konsumverweigerer, Angebot und Nachfrage, Preise und die Auszubildenden im Einzelhandel gemeinsam?!? Sie alle waren Bestandteil eines ökonomischen Experiments am Hubertus-Schwartz-Berufskolleg über 90 Minuten.

Die Schülerinnen und Schüler wurden eine Woche vor dem Experiment von ihrem Fachlehrer Thorsten Springob gebeten, je nach individueller Verfügbarkeit Geld in Form von 50 Cent Stücken mitzubringen. Wieso, weshalb, warum – wer danach fragte, blieb in diesem Fall erstmal dumm. Denn um Verfälschungen des Experiments im Vorfeld auszuschließen, durfte niemand in der Klasse vorab wissen, worum genau es gehen würde. Auch blieb für die Auszubildenden im Unklaren, ob sie das Geld je nach Verwendung zurück erstattet bekommen würden.

IMG 4900Am Tag des Experiments betraten die Schülerinnen und Schüler schließlich in der fünften und sechsten Stunde ihren Klassenraum und sahen, dass alle Tische und Stühle an die Seite geschoben wurden: Lediglich zehn Stühle waren in der Mitte des Raumes platziert.

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Vor der Durchführung des Experiments wurden alle Anwesenden über die Regeln in Kenntnis gesetzt.

  • Jeder, der nicht einen der zehn Stühle ersteigert, muss in den 90 Minuten stehen!
  • Dabei ist kein Anlehnen an den Wänden, Tischen oder Stühlen erlaubt!
  • Die einzelnen Gebote finden in 50 Cent Schritten statt.
  • Es wird ein/e Auktionator/in bestimmt, der/die die Versteigerung der zehn Stühle übernimmt.
  • Es wird ein/e Kassierer/in bestimmt, der/die das Geld einsammelt.
  • Es wird ein/e Protokollant/in bestimmt, der/die die erreichten Preise graphisch in einem Kurvendiagramm festhält.

Somit konnte nun die Ersteigerung der Stühle beginnen. Diejenigen, die sitzen wollten, mussten sich mit dem mitgebrachten Geld einen Stuhl ersteigern. Wenn sie keinen Stuhl ersteigern konnten oder wollten, bedeutete dies jedoch „Stehen über 90 Minuten“. Nachdem alle Stühle versteigert worden waren, konnten nun die „Stuhlbesitzer“ ihre Stühle wiederum zum Verkauf anbieten oder vermieten.

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Ziel dieser „Stuhl-Auktion“ war den Schülerinnen und Schülern die Mechanismen von Angebot und Nachfrage im Zusammenhang mit knappen Gütern, Bedürfnissen und einem Bedarf zu vermitteln. Die entstandenen Preise wurden anhand eines Kurvendiagramms analysiert und in Beziehung zu den einzelnen volkswirtschaftlichen Aspekten gesetzt. Auswirkungen von unterschiedlicher Kaufkraft und unterschiedlich zur Verfügung stehendem Einkommen, Marktbildung und Konsumverweigerung waren ebenfalls inhaltliche Bestandteile dieses Experiments, die die Klasse am Ende erfolgreich herausarbeiten konnten.

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Text und Bilder: SBT