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Schüler bauen „Brücken in die Zukunft“

Ein Bayern-Schal für München und ein Lebkuchen-Herz für Nürnberg: Die Zwölftklässler der Gymnasialen Oberstufe an der Hubertus-Schwartz-Schule laden zur Rundfahrt im Schnelldurchgang ein. Sie stellen „Germany“ im Mini-Format vor, ihre Gäste lernen das Land mit dem Finger auf der Karte und auf einem Blick kennen. Die Schüler bauen Brücken in die Zukunft – und ihre Gäste helfen mit, das Fundament zu festigen.

 

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Soester Anzeiger, 02. September 2005; Text: J Köp, Foto: Dahm.


Es ist ein ungewöhnliches Projekt, ein trinationaler Dialog: Schüler aus Israel/Palästina und Bosnien-Herzegowina machen sich auf den Weg nach Soest, um erste Pflöcke zu setzen. Somit kommen Menschen unterschiedlichen Glaubens ins Gespräch: Christen, Muslime und Juden.

„Kein Weltfrieden ohne Religionsfrieden“, lautete der ebenso anspruchsvolle wie anspornende Titel des Vorhabens, mit denen die Teilnehmer ein Zeichen setzen möchten, zeigen wollen, wie sich Grenzen überwinden lassen. Die Gruppen aus Sarajewo, Karmiel, Majid Al-Krom und Soest verbringen anderthalb Wochen miteinander. Sie wollen eine „Goldene Regel“ des friedlichen Zusammenlebens erarbeiten und die Ergebnisse in Form einer Soester Erklärung für mehr Toleranz festschreiben, somit eine Vision für eine stabile Brücke in die Zukunft der Kulturen und Religionen entwerfen.

„Wir wollen Anstöße geben“, hebt Schulleiter Klaus Schubert hervor. Die Begegnung habe schon im Vorfeld, bei allen Vorbereitungen, deutlich gemacht, wie gut muslimische und jüdische Schüler in Israel zusammenarbeiten. Das sei Beispiel für die Besucher aus Bosnien, somit aus einem Land, in dem immer noch der Konflikt zwischen Katholiken, Orthodoxen und Muslimen zum Ausdruck kommt.

„Sich gemeinsam für eine Zukunft einsetzen“, mit diesem Ziel machen sich Schüler und Lehrer auf den Weg. Was ist typisch bosnisch, israelisch, deutsch? Wie gehen Menschen verschiedener Religionen und Kulturen miteinander um? Was führt zu einem demokratischen Miteinander? Das sind nur drei der Fragen, mit denen sich die Gruppen – in Soest sind das die Zwölftklässler der Gymnasialen Oberstufen und angehenden Fremsprachen-Korrespondenten – beschäftigen werden. Gäste und Gastgeber finden sich zu einem Gottesdienst in der Hohne-Kirche zusammen, wollen für Frieden und Toleranz beten. Sie werden miteinander reden – und feiern. Eine Diskussionsveranstaltung führt Dr. Nadeem Elyas vom Zentralrat der Muslime, Landesrabbiner i.R. Henry Brandt sowie Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Landeskirchenrat Dr. Rainer Dinger nach Soest.