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Unterricht zum Anfassen!

Angehende Industriekaufleute erkennen die Grundsätze von KAIZEN im LEGO-Game

Industriebetriebe sind ständig bemüht, die notwendigen Dinge effizienter und letztlich günstiger zu tun. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Produktionsprozess, an dem man fortlaufend Prozessrationalisierung anwenden will. Einige Denkansätze kommen dabei aus der japanischen Lebens- und Arbeitsphilosophie, so auch das KAIZEN.
Hierbei geht es um die Verbesserung von jedem, immer und überall; also KAI (Veränderung) und ZEN (zum Besseren). Vgl. Klanitz, Torsten: Internetquelle: https://refa.de/service/refa-lexikon/kaizen [04.09.2019]

Zielsetzungen sind im Detail:

  • Qualität von Anfang an zu gewährleisten,
  • Standardisierung der Arbeitsvorgänge durch Identifikation mit den Aufgaben und korrektes Befolgen der selbst gesetzten Standards zu schaffen,
  • Ressourcenverschwendung (Zeit, Material) zu vermeiden und
  • Schwachstellen eigenständig zu erkennen und zu beseitigen.

Um diese theoretischen Zusammenhänge praktisch zu erkennen, bauten die Schülerinnen und Schüler der Industrie-Mittelstufe um Ihren Klassenlehrer Hubertus Gosmann kurzerhand im Klassenraum eine Produktionsstraße auf, bei der in Reihenfertigung aus verschiedenen Legosteinen an zunächst 9 Arbeitsstationen ein kleiner Hund zusammengebaut wurde.


Nach strengen Bauplänen und unter exakten Zeitvorgaben wurden bei dieser Praxissimulation beispielsweise die Körper- und Kopfmontage durchgeführt, die Endkontrolle vorgenommen und der Versand vorbereitet.
In jeweils 5-minütigen Durchläufen wurde nach folgenden 4 Prinzipien gespielt:

  1. Push-System (Maximale Anzahl an Fertigteilen produzieren)
  2. Pull-System mit 4-Stück-Los (4 Teile dürfen immer nur im Ganzen genommen, montiert und weitergegeben werden?
  3. Pull-System mit 1-Stück-Los (Immer nur ein Teil produzieren, weitergeben und annehmen)
  4. Pull-System nach KAIZEN-Überlegungen der Teilnehmer (Greifwege verbessern, Insourcing betreiben, Materialbereitstellung verbessern, Lerneffekte nutzen, Vor- und nachgelagerte Prozesse verstehen…)

Alle fertigen- und halbfertigen Waren, die im Produktionsprozess verbliebenen Ressourcen, der Ausschuss, die Arbeitskraft der Mitarbeiter und weitere Positionen wurden für jeden der 4 Prozesse monetär bewertet und in einer Tabelle miteinander verglichen.
So konnte man im direkten Vergleich sehen, welche Rationalisierungsmaßnahmen („KAIs“) zu welchen Verbesserungen („ZENs“) im Sinne von Kostenminimierung führten.

Konkrete Erkenntnisse waren in diesem Fall:

  • Inspektion und Körpermontage kann von einer Person erledigt werden.
  • Die Montage von Hinterbeinen und Kopf sollte auf zwei Personen aufgeteilt werden. (Flaschenhals der Produktion)
  • Tisch der Kopfmontage näher heran stellen (von außen nach innen)
  • Versand und Endkontrolle können von einer Person erledigt werden.

Das Lego-Game bietet auf spielerische Art und Weise eine hervorragende Möglichkeit, die Wirkung der KAIZEN-Theorie praktisch zu verifizieren und Spaß bereitet es den Akteuren und Zuschauern dabei auch noch.

Ein herzliches Dankeschön aller Teilnehmer richtet sich an den Mitschüler Jan Rosenthal, der die Materialien über seinen Ausbildungsbetrieb bereitgestellt hat und zudem als Spielleiter fungierte.

        


Bilder und Text: GMH

 

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