EU-Projekttage am HSBK – Soziale Medien verstehen, kritisch denken, Demokratie leben

An zwei intensiven Projekttagen setzten sich die Auszubildenden der Bildungsgänge Industrie (IU1, IU2) und Verwaltung (VM1, VM2) mit wichtigen gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander. Unter dem Motto „Social Media & Du“ sowie „Demokratie & Du“ erweiterten sie ihr Wissen, stärkten ihre Reflexionsfähigkeit und vertieften Methoden zur kritischen Analyse und Präsentation. Die Veranstaltung wurde von der Europäischen Kommission gefördert, durch Moderator*innen der Eurosoc Digital gGmbH durchgeführt, von Frau Berkemeier initiiert und begleitet.

 

Erster Projekttag: Social Media & Du

Der erste Projekttag (11.02.25) begann mit einer Umfrage zum persönlichen Nutzungsverhalten sozialer Medien der Auszubildenden, welches u.a. mit einer Studie zur Generation Z verglichen wurde. Anschließend setzten sich die Teilnehmenden kritisch mit den Strategien und Geschäftsmodellen sozialer Medien auseinander. Sie untersuchten, wie Plattformen gezielt das menschliche Belohnungssystem durch Mechanismen wie personalisierte Inhalte und Dopaminausschüttung beeinflussen, um möglichst lange Nutzungszeiten zu erreichen. Dabei wurden auch problematische Phänomene wie Confirmation Bias, Echokammern und gezielte Manipulation durch Algorithmen thematisiert. Mittels einer Kugellager-Runde diskutierten alle Teilnehmenden, ob soziale Medien den gesellschaftlichen Zusammenhalt eher stärken oder schwächen.

In Gruppenarbeit erarbeiteten die Auszubildenden mithilfe wissenschaftlicher Plakatgestaltung zentrale Themen wie z.B. „Hate im Netz“, „Suchtfalle Social Media?“, „Cybermobbing“ oder „Bodyshaming“. Ihre Ergebnisse präsentierten sie den politischen Gästen Stephanie Willenborg (SPD, MdK) sowie Roland Linnhoff (Die Linke, MdK) und diskutierten gemeinsam mögliche Lösungsansätze.

Zweiter Projekttag: Demokratie & Du

Der zweite Projekttag (12.02.25) startete mit der Frage „Was ist eigentlich Autokratie?“. Die angehenden Industriekaufleute und Verwaltungsfachangestellten analysierten autokratische Systeme, verglichen sie mit demokratischen Strukturen und setzten sich mit der Gewaltenteilung auseinander. In sieben Fachpodiumsrunden diskutierten sie anschließend kontrovers, ob Demokratien mit Autokratien zusammenarbeiten sollten.

In der folgenden Reflexionsrunde wurde die Wichtigkeit der Demokratie betont – insbesondere die Möglichkeit, politische Entscheidungsträger*innen durch Wahlen abzusetzen. Den Abschluss bildete eine Kampagnenwerkstatt, in welcher die Auszubildenden eigene Ideen zur Stärkung der Demokratie entwickelten. Ihre Kampagnen, u.a. „Lügen erkennen – Wahrheit benennen!“; „Deine Stimme zählt – nutze sie!“ oder „Mit Projekten die Demokratie erleben!“, präsentierten sie den politischen Gästen Heinrich Frieling (CDU, MdL), Sarah Gonschorek (Bündnis 90/Die Grünen, MdK), Roland Linnhoff (Die Linke, MdK), Pia Marie Fischer (SPD, MdK) und Bernhard Michel (SKW-Fraktion, Stadtrat Soest).

Die Projekttage zeigten den Teilnehmenden, wie manipulative Mechanismen sozialer Medien funktionieren. Außerdem wurden sie ermutigt, das Erlernte mitzunehmen und sich sowohl privat als auch beruflich für demokratische Werte und gesellschaftliches Engagement einzusetzen.


Text und Bilder: BRJ